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Sarah

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Die Welt steht vor einer neuen Herausforderung und die Menschen gehen unterschiedlich damit um.
Der Corona- Virus geht rum und mit hindurch zieht sich bei vielen Menschen die Angst.
Während ich mich bei politischen Themen und Katastrophen ansonsten eher selten dazu öffentlich äußere und die nächsten Artikel über andere Themen geplant hatte, möchte ich diesmal wohl doch eine Nachricht rausschicken.

Ich scrolle durch Facebook- und die Timeline ist voll mit Corona-Infos, Coronamemes und jeglichen Kommentaren. Diesmal komme ich nicht drum herum, mich intensiver mit Negativnews zu beschäftigen als mir sonst lieb ist. Veranstaltungen werden abgesagt, in den Supermärkten werden die Regale leer geräumt, die Schulen sind für die nächste Zeit geschlossen. Selbst beim Walk durch den Wald sprechen andere Spaziergänger darüber, was der Virus treibt und wohin das alles führt.

Die Frage ist: Wie gehen wir nun damit um?

Heiße Diskussionen darüber, was wir alles hätten vorher tun können, was uns wohl noch bevorsteht, Beschuldigungen und wildes Herumgeschimpfe und gegenseitige Diffamierungen. Zweifel und Sorge darum, wie wir die nächste Zeit gestalten. Gleichzeitig Betroffenheit, Solidarität und Menschen, die nach Lösungen forschen, sich um Betroffene kümmern und im Einsatz sind, ihre Hilfe anbieten und sich einen Plan B überlegen.

Während ich ansonsten eher in optimistischer Einstellung an die Dinge herangehe und bei solchen Themen ein Fan von Fakten bin, merke ich langsam, wie sich die Unruhe auch in mir breit macht- Viele Infos, in kurzer Zeit schnelle Änderungen, eine gewisse Ungewissheit, die bevorsteht und vor allem die Beobachtung, wie ganze Gruppen in Panik oder auch Gleichgültigkeit versinken.
Während ich vor ein paar Wochen vermutlich einen sarkastischen Kommentar abgegeben hätte, wenn mir jemand erzählt hätte, dass Menschen sich um Klopapier streiten können, stelle ich mir nun die Frage, was ich nützliches Tun kann, was nun richtig oder falsch ist, oder vielleicht eher was nützlich ist.

Was kann nun ein guter Ratgeber in dieser Zeit sein?

Ohne hier mit erhobenem Zeigefinger zu stehen, sondern eher mit einem Fernglas für eine erweiterte Perspektive, wäre meine Antwort darauf: Respekt und Mitgefühl.

Wir sehen nur das vom Menschen, was er uns zeigt. Wir kennen seine Geschichte nicht, sondern sehen immer nur einen Ausschnitt, und das vergessen wir oft.

Nicht nur Angst, sondern auch Wut und Unverständnis sind deutlich spürbar.

Ich stehe im örtlichen Supermarkt, die Kassiererin zitiert uns im scharfen Ton zur nächsten Kasse. „Boa ist die unfreundlich!“ grummelt es neben mir. „Ja, wenn ich dort sitzen müsste und den ganzen Tag unfreundliche Kunden hätte, obwohl ich trotz dem Virus noch hier stehe, wäre ich das vermutlich auch.“ Natürlich hat diese augenscheinlich keinen Grund uns gegenüber unfreundlich zu sein. Doch an solchen Tagen hilft vielleicht das Mitgefühl uns dort hindurch zu bringen.

„Ist das wieder so n‘ Psychologen-ding für alles und jeden Mitgefühl zu haben?“ – Vielleicht. Vielleicht ist es aber gerade mein Psychologen-ding, den ein oder anderen wieder daran zu erinnern, denn wir alle haben die Fähigkeit zur Empathie.

Ja, es gibt Leute, die in Panik verfallen, den Einkaufswagen bis oben hin vollpacken und mit Atemschutzmaske herumlaufen, auch wenn diese keine Garantie fürs gesund bleiben ist.
Und ja, es gibt Leute, die das Ganze belächeln und von all dem Nichts halten und trotzdem auf die nächste Party gehen.

Wie hilft uns hier nun unser Mitgefühl?

Mit Respekt und Mitgefühl kommen wir vielleicht doch weiter als mit Beschuldigungen.

Beschuldigungen an die Menschen zu richten, die sowieso schon Panik haben, hilft jetzt auch nicht, sondern fördert eher einen Verteidigungsmodus. Ein „So schlimm ist das doch nicht“ sorgt dafür, dass sich diese Menschen nicht ernst genommen fühlen und nun noch mehr Angst haben, von jemandem angesteckt zu werden, der die ganze Angelegenheit belustigend findet.
Und nochmal: Wir sehen nicht alles von einem Menschen.
Für viele, gerade junge Leute, ist der Virus harmlos, vielleicht nicht mal sichtbar oder spürbar. Für viele andere, kranke und gefährdete Menschen kann dies ein Krankenhausaufenthalt sein, der tödlich enden kann und wir wissen nicht, wer betroffen ist und wer nicht.

Während ich im letzten Jahr sehr viel Zeit im Krankenhaus verbringen durfte und dabei zugucken durfte, wie sich in eine eigentlich harmlose Op ein kleiner Krankenhauskeim eingeschlichen hat und beinahe zum Tod geführt hat, weiß ich wieso die Menschen Angst haben. „Mich betrifft das nicht, mir egal.“ Vielleicht betrifft es dich nicht, aber vielleicht möchtest du im Nachhinein nicht dazu beitragen, wenn es jemanden trifft, der versucht hat, sich zu schützen und dir wichtig ist. Vielleicht kannst du dir vorstellen, wieso andere Menschen Angst haben.
Auch die vielen Fotos von leeren Regalen und Menschen mit vollgepackten Einkaufswagen mag im ersten Moment lustig erscheinen. Sie bewirken dennoch, dass sich die Angst weiterverbreitet und es noch mehr Käufe gibt, aus Angst, dass es keinen Nachschub gibt.

Auch Beleidigungen wie „Ihr habts immernoch nicht verstanden“ gegenüber denen, die sich gegenseitig Coronamemes schicken und fragen, wo die nächste Party stattfindet, führt in den meisten Fällen nicht zu mehr Einsicht, sondern wohl eher zu mehr Ignoranz.

„Ja aber wir können doch auch nicht nichts sagen, anderen Menschen fehlen wichtige Medikamente und Lebensmittel, die, die das nicht ernst nehmen, gefährden andere.“ Ja, auch das ist richtig und möchte ich hiermit auch gar nicht befürworten, gutheißen oder fördern. Im Gegenteil, ich bin weder für Coronapartys noch für Hamsterkäufe.

Und doch glaube ich, dass gegenseitige Beschuldigungen zu nichts führen, außer mehr Angst und Egoismus.

Respektvoll mit dem Gegenüber umzugehen heißt nicht, dass ich das, was andere tun für gutheißen muss, sondern mich jemand erst ernst nimmt, wenn ich es mit dem Gegenüber auch tue. Vorher hört das Gegenüber uns sowieso nicht zu. Gerade junge Menschen haben oft noch nicht den Bezug zum Thema Krankheit und die Haltung, dass der Tod noch weit weg liegt, gleichzeitig sind sie es nicht gewohnt viel Zeit alleine zu verbringen und ihr soziales Leben einzuschränken. Was hier helfen kann, sind geeignete Alternativen und nun vielleicht die Technikaffinität der neuen Generation aktiv zu nutzen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wieso es nun hilfreich ist, zu Hause zu bleiben.

„Man kann aus jeder Situation das Beste machen. Wenn wir die Situation nicht ändern können, ist es doch die Einstellung dazu, die wir selbst verändern können.“ – Ich mag diesen Satz, der als schön verschnörkeltes Zitat an meiner Pinnwand klebt und mich an schlechten Tagen daran erinnert, dass es tatsächlich die Einstellung ist, die ich verändern kann. Das mag mir nicht immer an jedem Tag gelingen und doch ist es ein guter Reminder dafür, dass wir unserer Situation nicht völlig passiv ausgesetzt sind und der Angstpegel meist mit zunehmender Selbstwirksamkeit sinkt. 

Und dennoch weiß ich, dass es zum einen die gibt, die dieses Zitat eins zu eins so unterschreiben würden, während sich bei anderen eine Art Wut aufbaut und es für sie eine naive Art an Optimismus ist.  Ich denke, beides hat seine Berechtigung. Es ist sehr einfach, wenn unser Leben gerade auf der Sonnenseite steht und uns die Dinge leicht von der Hand gehen. Doch wenn das Leben ungemütlich wird, so wie jetzt gerade, verlieren viele den Optimismus und die Angst entfaltet sich.

Ich würde behaupten, ich bin eine derjenigen, die es weniger hart trifft.
Ich habe keine Kinder, bei denen ich nicht weiß, wo ich sie die nächsten Tage unterbringen soll und auch keinen Chef, mit dem ich verhandeln muss, ob ich jetzt unbezahlten Urlaub nehme. Ich kann in meinem Garten sitzen und meine Uniunterlagen, wie sonst auch, von zu Hause aus bearbeiten. Trotz Hamsterkäufe habe ich alles an Lebensmitteln bekommen, welche ich sonst auch benötige. Die einzige Sorge, die da ist, ist Menschen in meinem Umfeld anzustecken, die nicht so fit sind, wie ich. Deshalb heißt es hier: Abstand halten.
Und ja, ein tolles Konzert ist für mich ausgefallen. Basti und ich mussten einen Wochenendtrip canceln. Und die nächste Party fällt aus. Doch gerade hier fällt mir auf: Das sind Luxusprobleme unserer heutigen Welt und vielleicht kann ich sie deshalb so gelassen hinnehmen.
Bei diesen Dingen hilft all das Meckern und Dagegenwettern doch nicht.
Vielleicht bist du auch wie ich. Vielleicht trifft es dich gerade nicht so sehr, wie andere und du kannst dir die Frage stellen: Wie kann ich die Zeit jetzt vielleicht sogar für mich nutzen, wenn ich schon zu Hause bleiben muss? Wir haben nun Zeit für Dinge, die wir sonst gerne aufschieben und Zeit, den Spiegel wieder nach innen zu richten. Nach all den Nachrichten habe ich  beschlossen, das Lesen der News wieder aufs minimale zu beschränken und mein Smartphone die nächsten Tage gegen den Garten oder den Wald zu tauschen.  Und selbst, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt: Da draußen sind genügend Menschen, die deine Hilfe jetzt gerade brauchen.

Für einige hat der Trubel um Corona ganz andere Auswirkungen. Ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, für die es eine zusätzliche Belastung darstellt.  Alleinerziehende, die eine Lösung für Job und Kind brauchen. Künstler, Selbstständige, Kleinunternehmen/betriebe, die davon betroffen sind, dass jetzt viele Veranstaltungen abgesagt wurden.. Die Liste ist lang.
Diesen Menschen helfen wir jetzt gerade vielleicht nicht mit „Ändere doch einfach deine Einstellung, dann ist alles gut.“ Und gleichzeitig wünsche ich diesen Menschen, dass sie die Energie haben und den Glauben daran nicht verlieren, dass sich doch alles zum Guten wendet.

„Jenseits von richtig und falsch, da liegt ein Ort, dort treffen wir uns“

Vielleicht helfen wir diesen Menschen mit Mitgefühl und Respekt.
Vielleicht überlegen wir beim nächsten Mal genauer, bevor wir einen „Wie kannst du nur“- Kommentar verschicken, was gerade hilfreich ist.
Vielleicht gibt es hier keine One- in- all- Lösung und während der eine sein Kind doch zur Oma schickt, wechselt jemand anderes sich mit anderen Eltern ab, auch wenn dann mehrere Kinder zusammen sind- Weil es die optimale Einheitslösung nicht gibt.
Vielleicht überlegen wir beim Einkauf nochmal, ob es jetzt wirklich nötig ist uns mit doppelt so vielen Artikeln einzudecken, oder ob es jemand anderes nicht doch dringender braucht als wir selbst.
Vielleicht fragen wir uns auch mal wieder eher, wieso jemand so empfindlich auf Abstand geht, statt ihn zu belächeln.
Vielleicht sind wir beim nächsten Mal dankbar, dass überhaupt noch ein Verkäufer im Supermarkt steht, statt uns darüber zu beschweren, wieso bei dem Trubel keine drei Kassen auf sind und Klopapier fehlt.
Vielleicht denken wir an all die Menschen, die in der Pflege, Krankenhäusern etc. unterwegs sind, ihr Bestes geben und nicht zu Hause bleiben.

Vielleicht ist jetzt die beste Zeit für Mitgefühl und Respekt.

Nachdem es in den letzten Artikeln eher um die Vorbereitung ging und ich berichte, wie ich eine Gastfamilie am anderen Ende der Welt gefunden habe, geht es heute um den Aupairalltag . Wie ist das Leben am anderen Ende der Welt  ist? Was  habe ich erlebt ? Und wie sieht ein normaler Arbeitstag aus? Ging es mir gut dort? Habe ich was gelernt? Die nächsten Zeilen geben dir einen Überblick über meine Erfahrungen.

Aupairalltag- Der Einstieg
Wie verlief die erste Zeit in deiner Gastfamilie?

Meine Gastfamilie war, was die Einarbeitung anging, ziemlich gut vorbereitet. Ich bekam eine komplette, schriftliche Arbeitsanleitung.  Von meinen Arbeitszeiten und Gehalt, über Familienregeln bis hin zu Terminen, Adressen & Notfalltelefonnummern.

Da ich die Kinder im Auto zu Terminen bringen durfte, bekam ich eine Einführung in den Linksverkehr mit meiner Gastoma. Sie schreckte nicht davor zurück, wenn ich wieder einmal zu nah am Bordstein fuhr und bestärkte mich darin, dass das Fahren kein Problem sein wird. Sie zeigte mir die wichtigsten Orte, Supermärkte und Strände.

Die Kinder lernte ich beim gemeinsamen Spielen und Essen kennen. In meiner ersten Woche begleitete mich meine Gastmutter im Auto zur Schule und erklärte mir nochmal alles ganz genau. Am Anfang ist es natürlich schon etwas seltsam sich in einem fremden Haus wie zu Hause zu fühlen, sich an den Alltag einer anderen Familie anzupassen und gleichzeitig von so vielen neuen Infos überschüttet zu werden. Ich hätte mir jedoch keine bessere Einführung vorstellen können.

Wie war das Leben in der Gastfamilie? Wurdest du eher als Familienmitglied oder als „Angestellte“ angesehen?

Das Leben war, wie oben schon erwähnt zunächst etwas ungewohnt. Du lebst natürlich trotzdem in einem fremden Haus und sich einfach am Kühlschrank zu bedienen kam mir anfangs immer etwas komisch vor. Meine Gastfamilie war sowohl während der Woche als auch am Wochenende immer ziemlich busy. Von Taekwondo über Rugbyspiele bis hin zu ihren geliebten Pferden, die natürlich auch einiges an Zeit in Anspruch nehmen, gab es immer etwas zu tun. Ich wurde immer eingeladen mir Spiele mit anzusehen, Unternehmungen mitzumachen und selbst eins der Pferde zu reiten – was wohl mehr für Spaß bei den Kinder sorgte, als es mir Spaß machte, nachdem ich das Gefühl hatte jeden Augenblick herunter zu fallen. Wenn du allerdings Pferde toll findest, wäre das sicher super gewesen.

Ich habe mich weder als Angestellte noch als Familienmitglied gefühlt. Meiner Meinung nach: eher ein WG- Mitbewohner. Ich hatte immer die Möglichkeit mit der Familie zu sprechen, die Gastmutter hat mich miteinbezogen, mir Sonderwünsche fürs Essen erfüllt, mir Tipps und Ideen für Ausflüge gegeben und sich immer gefreut, wenn ich auch am Wochenende mit dabei war. Auch an Weihnachten und an Geburtstagen war ich Teil der Familie.
Allerdings war ich oft mit anderen Aupairs unterwegs, habe Ausflüge gemacht und konnte mir meine Zeit selbst einteilen.

Schwester, Kind oder Putzfrau?

Ebenfalls hatte ich nicht das Gefühl eine Ersatzmutti zu haben, die vielleicht dann doch öfter mal nachfragt, wann du nachhause kommst oder vielleicht deine Haushaltssachen erledigt. Die Kinder waren für mich nicht wie „Geschwister.
Das mag einerseits an meiner Erzieherausbildung liegen und andererseits daran, dass meine Gastmutter, was Regeln und Umgang miteinander betraf, eher auf meiner Seite lag und die Rollenverteilung somit eine andere war, als es bei Geschwistern üblich ist.
Andere Aupairs mussten oft am Wochenende arbeiten und waren teilweise auch die „Putzfrau“- in meiner Familie haben allerdings alle mit sauber gemacht. So hatte ich nicht den Eindruck einfach „nur“ eine Angestellte zu sein.

Aupairalltag- Zurechtfinden: Hast du schnell Anschluss zu anderen Au Pairs oder Einheimischen gefunden?

Schon vor meiner Ankunft in Neuseeland konnte ich verschiedenen Facebook Gruppen beitreten, in denen sich lauter Aupairs, sowohl Deutsche als auch die anderer Nationen aufhielten, austauschten und natürlich auch Anschluss suchten.

Alltag, Freunde und Hobbys?

Meine Gastmutter schickte mich ebenfalls zu den beliebten „Coffeegroups“, die es in den einzelnen Orten gab. Coffeegroups sind Gruppen von Aupairs, die sich in einem Cafe treffen, Und vor allem eins machen: Viel Torte essen und über ihre Gastfamilien quatschen. Das hat mir den Einstieg um einiges erleichtert & ich durfte viele tolle Menschen kennenlernen. Zu manchen hast du oberflächlichen Kontakt und merkst vielleicht, dass es gar nicht so passt. Zu Anderen wiederum baust du eine Verbindung auf, teilst deine Sorgen, deine Freude und Erlebnisse. Ich habe gelernt offener mit Menschen umzugehen, denn du fängst quasi bei Null an und überlegst dir: Mit wem möchte ich meine Zeit verbringen? Bei wem fühle ich mich „zu Hause“? und welche Ansichten kann ich teilen, welche neuen kommen dazu und welche passen so gar nicht zu dir? Zu Manchen habe ich bis heute noch Kontakt, zu Anderen eben nicht.

Im Alltag Locals kennenlernen

Zu Einheimischen hatte ich dann Kontakt, wenn ich die Kinder zu ihren Hobbys begleitet habe oder, wenn ich auf Ausflügen unterwegs war. Zum Anderen gab es noch die Möglichkeit jegliche Kurse, ob Sprachkurse oder Sportkurse, zu besuchen. Ich habe mich dazu entschieden mich in einem Fitnesstudio plus Schwimmbad anzumelden. Da ich oft morgens die Kurse besuchte, traf ich natürlich auch viele Einheimische.

Selbstläufer oder Arbeit?

Um Leute kennenzulernen und Anschluss zu finden musst du also auch ein bisschen selbst aktiv werden & an Orte gehen, wo Menschen ebenfalls auf der Suche sind. Andererseits sind die Neuseeländer offen, was Smalltalk angeht und es erleichtert den Einstieg um Einiges.

Wie sah ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

6:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Um 6:30 begann mein „Arbeitstag“.
Ich hatte die Gelegenheit mein eigenes Frühstück vorzubereiten und anschließend die Kinder zu wecken, deren Frühstück vorzubereiten und Lunchboxen zu packen. Meine Gastkinder waren morgens nicht sonderlich gesprächig und auch das „Los, Zeit zum Anziehen und Schultasche packen“ zählte zu meinen Aufgaben, da die Eltern zu dieser Zeit auf dem Weg zur Arbeit waren. Ebenfalls meine Aufgabe: Darauf achten, dass die Kinder ihre morgendlichen Aufgaben erledigten. Dinge wie Katze & Hund füttern, nach den Pferden sehen und die Spülmaschine ausräumen, gehörte dazu und war nicht jeden Morgen eins ihrer Lieblingsdinge.

8:30 Uhr. der Startschuss um sich im Auto einzufinden und die Kinder zur Schule zu bringen und sie um 15:00 Uhr wieder abzuholen.

In der Zwischenzeit hatte ich überwiegend Freizeit bzw. kleinere Haushaltsaufgaben, wie Staubsaugen, einmal die Woche das Bad putzen, die Wäsche der Kinder machen und das Dinner vorzubereiten bzw. nochmal Lunchboxen für nachmittags. Wenn ich wollte konnte ich mit dem Hund spazieren gehen, die Hühner rauslassen und ansonsten hatte ich genügend Zeit mich mit mir selbst zu beschäftigen.

15:00 Uhr. Nach der Suche für einen Parkplatz an der Schule, sammelte ich die Kinder wieder ein. Meist war es so, dass wir von dort aus direkt zu verschiedenen Aktivitäten fuhren. Rugbytraining, Schwimmtraining im Winter, Taekwondo, Netball oder Vorbereitung der Pferde zum wöchentlichen „Ponyclub“. In der Zeit bis zum Training war ich mit den Kindern oft in der Bücherei, wo sie ihre Hausaufgaben meist sehr übermotiviert selbst abarbeiteten. Bei Fragen gab es natürlich Unterstützung. Wenn keins der Hobbys anstand, fuhren wir direkt nach Hause um Hausaufgaben zu erledigen. Anschließend gab’s das übliche Dinner.
17:00- 18:00 Feierabend! Wenn meine Gasteltern nach Hause kamen, gab es einen kurzen Austausch über den Tag und was am Nächsten ansteht.

Die einzige Zeit, in der ich die Kinder von 6:30 Uhr an den ganzen Tag bei mir hatte, waren die Ferien. Für den Fall, dass ihr – wie ich.  dachtet, dass die Kinder sicher ein bisschen länger als bis 6:30 Uhr schlafen: Fehlanzeige. Auch in den Ferien waren die Kinder um diese Uhrzeit putzmunter. Die Lieblingsbeschäftigung der beiden beschränkte sich auf Laptop und Tablet-spielen.
Um nicht 12 Stunden davor zu hängen, plante ich gemeinsam mit den Kindern verschiedene Aktivitäten. Von Kino, Museums und Strandausflügen sowie Verabredungen mit anderen Kindern und natürlich die wöchentlichen Hobbys, war alles dabei. Auch die üblichen Aufgaben, wie Aufräumen und Kochen erledigte ich in dieser Zeit.
Genauso wie in anderen Jobs hatte aber auch ich Urlaub. Das war immer dann, wenn die Gastfamilie selbst im Urlaub war.

Hast du Ausflüge oder Urlaube gemacht? Hattest du genug Zeit um das Land zu erkunden?

Die Antwort ist definitiv: Ja! Ich hatte genügend Zeit, um das Land zu erkunden. Meist habe ich die Wochenenden dafür genutzt, um näher gelegene Orte zu erkunden.  Längere Wochenenden hingegen für Orte, die etwas weiter entfernt auf der Nordinsel Neuseelands lagen. Meine Urlaube habe ich für die Südinsel genutzt, da die Fahrt bis dorthin von Auckland aus weiter entfernt liegt. Ebenfalls hatte ich am Ende nochmal gute 2 Monate um das Land weiter zu entdecken. Ich würde  jedem empfehlen sich ein paar Wochen nach dem Aupair Aufenthalt Zeit zu nehmen, um in Ruhe rumzureisen.

Aupairalltag- Das Fazit
Wie hast du dich während deines Auslandsaufenthalts verändert? Was hast du gelernt?

Ich glaube im Kern bin ich immer noch derselbe Mensch, wie vorher. Trotzdem hat es auch etwas in mir verändert: die Sicht auf die Welt. Die Kultur in Neuseeland ist, obwohl sie unserer sehr ähnelt, doch anders.

Ich bin in vielen Dingen entspannter geworden – ganz nach dem Motto „Irgendwie wird das schon“. Die Dinge nicht zu ernst zu nehmen und sich selbst nicht unter „Perfektionsdruck“ zu setzen war eins der schönsten Dinge, die ich lernen durfte. Meine Sprachkenntnisse sind deutlich besser geworden. Es ist eben etwas anderes, ob du in der Schule ein paar Sätze analysierst, im Urlaub dein Bier auf englisch bestellst oder du ein Jahr lang deinen Alltag damit verbringst. Offenheit ist auch eins der Dinge, die ich dort lernen und mitnehmen durfte.  So viele neue und andere Menschen, Ideen und Ansichtsweisen denen ich dort begegnet bin, haben meinen Dorf-horizont definitiv erweitert.

Ganz abgesehen davon wirst du beim Reisen selbstständiger, entdeckst neue Orte und planst alles selbst. Du kümmerst dich darum, wo du die nächste Nacht schläfst. Mit wem du deine Zeit verbringst. Und was du am nächsten Tag isst.

Was ich definitiv noch gelernt habe ist: Wie deutsch du wirklich bist, merkst du, wenn du mal ganz wo anders gewesen bist, die Uhren langsamer oder vielleicht auch schneller laufen. Ansichten zu hinterfragen und sich zu überlegen: Okay, wieso mache ich manche Dinge überhaupt so? Welche Dinge mache ich einfach, weil ich sie schon immer so gemacht habe oder mir beigebracht wurden? Was ist hier ganz anders?  Was davon gefällt mir eigentlich gut? wieso gefällt mir das gut? und wieso vielleicht auch nicht? Ich glaube es war immer ein Mix . Puh, gut, dass das in Deutschland anders ist und gleichzeitg auch: Geil, wieso ist das bei uns nicht so?

Beispiel: Ich durfte das neuseeländische Schulsystem kennen lernen, was mir zum Großteil besser gefiel.  Mehr Bewegung, mehr Auswahl und zum Teil auch praktischere Dinge. Ebenfalls kann man dort nicht sitzenbleiben, sondern bekommt quasi eine Extrahilfe. Zumindest bei der Schule meiner Gastkinder.
Die Kinder wurden dort nicht nur für gute Noten belohnt, sondern es gab gleichzeitig auch Urkunden für Toleranz, Einsatz und Anstrengung etc. Ich habe in meiner Schulzeit nie eine Urkunde bekommen, wenn ich in Mathe eine 5 hatte aber meine Bemühungen und mein Durchhaltevermögen großartig waren.
Gleichzeitig freue ich mich in Deutschland darüber, dass ich mir keine Gedanken machen muss, wie ich meine nächste Arztrechnung bezahle. Oder ich nicht drei mal überlegen muss mir eine Tafel Schokolade zu kaufen, die in Neuseeland recht teuer war. Ich glaube, ich habe einfach einen Spiegel vorgehalten bekommen. Mir wurden  Unterschiede und Gemeinsamkeiten bewusster und das ist definitv eins der besten Learnings.

Du möchtest wissen, was du alles dazu brauchst, um Aupair zu werden ? Dann schau hier.

Jó napot Budapaest – Eine Perle an der Donau

Wieso eine Städtereise nach Budapest?

Diverse Sehenswürdigkeiten in Budapest, reichlich Geschichte und viele prunkvolle Bauwerke, die wunderschöne Donau, die die Stadt in die Teile „Buda“ und „Pest“ unterteilt, schick und gleichzeitig bunt. Von Künstlern gestaltet, von Musikern mit den unterschiedlichsten Klängen untermalt, vielen Aussichtspunkten und Brücken in den unterschiedlichsten Stilen – diese zahlreich lobenden Beschreibungen waren es wohl, die uns auf die Idee brachten unseren nächsten Städtetrip dort hin zu verlegen- und wir wurden nicht enttäuscht.

Also ging es los nach Ungarn’s  Hauptstadt Budapest.
Nachdem wir letztes Jahr um diese Zeit Prag besuchten, was uns in 4 Tagen sportlich auf Trap hielt, planten wir für diesen Trip ganze 6 Tage ein, um die vielen Sehenswürdigkeiten in Budapest zu entdecken – doch auch für einen Wochenendtrip würden wir wieder kommen.

 

Der erste Eindruck von Budapest

Angekommen am Flughafen führte uns der Weg aus dem Flieger erstmal über einen überdachten Weg in Richtung Gepäckhalle. Sonderlich gut beschrieben wo wir eigentlich lang müssen, war dieser nicht. Also erstmal der Masse hinterherlaufen. Der Koffer kam recht schnell an und so nahmen wir den nächsten Bus in Richtung Stadtmitte, von wo aus wir den nächsten Bus zu unserer Unterkunft nahmen. Abgesehen davon, dass der Bus zur Unterkunft etwas in die Jahre gekommen erschien und mit voller Geschwindigkeit auch über holprige Straßen düste, hinterließ die Stadt einen entspannten Eindruck auf uns.

Wie oben schon erwähnt, teilt die Donau die Stadt in die Teile „Buda“ und „Pest“. Dementsprechend gibt es hier auch besonders viele und schöne Brücken zu sehen. Bekannt ist die Kettenbrücke, die als Wahrzeichen der Stadt gilt. Schon alleine ein Spaziergang an der Donau ist sehr beeindruckend: auf der einen Seite liegt Buda mit Blick auf den Schlossberg, auf der anderen Seite lässt der Ausblick auf die Pest- Seite mit der Innenstadt und dem gigantischem Parlamentsgebäude – das drittgrößte der Welt, wie wir erfahren durften-  ein großes Staunen hinter uns. Das Parlamentsgebäude lässt sich am besten aus von der gegenüberliegenden Donauseite betrachten, wie wir später feststellen durften.

Als wir nämlich direkt vor dem prachtvollem Gebäude standen, erinnerte es mich zunächst eher an eine übergroße Kirche mit vielen Türmen und Verzierungen. Von der gegenüberliegenden Seite hatten wir definitiv eine bessere Ansicht auf das gesamte Gebäude. Benutzt dazu am besten die Metro M2 und steigt bei Batthyány tér aus. Von hier aus lassen sich auch Schiffstouren starten.

Eine Bootstour auf der Donau – lohnt es sich?

„Ich möchte‘ auf jeden Fall eine Bootstour machen“ entgegnet mir Basti begeistert. Ich denke an die zahlreichen Bootstouren, die wir in der letzten Zeit schon hinter uns haben und meine Begeisterung dafür bringt nur ein „Schon wieder?“ hervor. Trotzdem sitzen wir 2 Tage später mit einem Freund, den wir dort trafen und der die gleiche Idee hatte in einem der Boote. Wir buchten eine einstündige Abendtour für 12 Euro über Getyourguide. Empfangen wurden wir mit einem Glas Sekt und zahlreichen Kuscheldecken über die wir uns alle sehr freuten, denn obwohl wir fantastisches Wetter hatten, ist es auch hier, gerade abends und am Wasser, doch recht kühl.

Während wir uns mit unseren Kuscheldecken einpackten, ging die Sonne langsam unter. Die Fotografen begannen ihre Fotoausrüstung aufzubauen, um gleich den besten Schnappschuss zu ergattern. Unser Boot stand noch eine Weile, bevor es dann endlich los ging. Zum Glück, denn wir hatten die beste Aufsicht auf das Parlamentsgebäude, was erst dann in seiner ganzen Pracht durch die Beleuchtung zum Vorschein kam.


Schon alleine dieser Anblick war es wert, auf diesem Boot zu sitzen. Nachdem wir abgelegt hatten, waren auch die anderen Bauten und Denkmäler der Stadt erleuchtet. Wir fuhren unter den unterschiedlichen Brücken entlang und auch dort waren mehrere „Profi Fotografen“ zu sehen, die sich auf den Geländern der Brücken eingerichtet hatten – Kein Wunder, denn die Stadt erstrahlte abends in einem ganz besonderem Licht. Die Burg und auch die Freiheitsstatue strahlten von oben herab auf uns und bildeten das Geschehen der Stadt auf glanzvolle Weise ab. – Obwohl ich vorher eindeutig kein weiteres Boot betreten wollte, bin ich froh, dass wir es dennoch in die Tat umsetzten, denn wenn ihr mich fragt: Ja, es lohnt sich, denn der Anblick bei Nacht ist grandios!

 

 

Bummel durch die Markthalle (Nagy Vásárcsarnok)

Ein weiteres Highlight wurde uns hier geboten. Die Markthalle ist von außen ein bewundernswerter Baukomplex, die Symmetrie der Stahlträger und die Aussicht auf die grünen und gelben Dachziegel beschreiben das bunte Geschehen. Sie steht in den alten Vierteln von Pest.

Während der Woche hat die Markthalle bis zum frühen Abend geöffnet. Wir besuchten die Halle an einem Donnerstag und hatten damit die Gelegenheit nicht in einer überfüllten Halle hin und hergeschoben zu werden.
In der unteren Etage finden sich über Souvenirs und Kleidung ein reichliches Angebot an Lebensmitteln: Obst, Gemüse und Fleisch & Fisch erhältst du hier in unterschiedlichen Variationen als Rohversion. Käse und andere Milchprodukte, Akazienhonig, der gerne als Mitbringsel verwendet wird, Süßigkeiten, Gewürze oder eingelegtes Gemüse in Gläsern finden sich ebenfalls dort.

An verschiedenen Stellen finden sich Treppen, mit denen du in die obere Etage gelangst. Auch hier gibt es weitere Kleidungs- und Souvenirstände, aber auch zahlreiche Bistros und Imbisse, die zum Verweilen dort einladen. Von Langos über Suppen bis hin zu Gulasch & Haxen sowie asiatischen Gerichten gibt es hier genügend Auswahl. Wir entschieden uns für einen Langos, mit dem ich mehr als zufrieden war. Zur Mittagszeit solltest du dich darauf einstellen, dass es hier sehr voll und eng werden kann und es nicht unbedingt einen Sitzplatz gibt, sondern du am Stehtisch isst.

Nützliches zur Markthalle:

Öffnungszeiten:
Montag: 6-17 Uhr
Dienstag-Freitag: 6-18 Uhr
Samstag: 6-15 Uhr
Sonntag: geschlossen

Anfahrt:

Mit der Metro Linie M4
oder mit der Tram 2, 47, 48, 49 bis zur Station Fővám tér.

budapest markthalle

Fischerbastei Budapest

Die Fischereibastei – auf ungarisch „Halászbástya“ – wurde 1899 bis 1902 errichtet.
Wem es zu anstrengend ist, dort hinauf zu laufen, hat die Wahl zwischen Ubahn, Bus oder Standseilbahn. Wir sind mit dem Bus bis zum Vorplatz gefahren und haben uns dazu entschieden, für recht wenig Geld (umgerechnet 2-3 EUR/Person) die Mauer der Bastei zu besichtigen. Von dort hat man einen wirklich tollen Blick auf Budapest und die Donau. Unterhalb der Mauer ist ein kleines Cafe, welches neben einer kleinen Auswahl an deftigen Speisen auch süßen Nachtisch anbietet! Hier kann übrigens auch in Euro gezahlt werden. Wir würden aber, aufgrund des günstigeren Kurses, dazu raten, in Forint zu zahlen. Direkt vor der Fischerbastei befindet sich das St. Stephans Denkmal und die Matthiaskirche, welche ebenfalls sehr sehenswert sind.

Budapest Liberty Statue

Noch ein Tipp, wenn ihr gut zu Fuß unterwegs seid: Lauft den Weg durch den Wald hoch auf den Berg mit der Citadella und der Freiheitsstatue. Unten angefangen seht ihr einen wunderschönen Wasserfall, der vor allem Abends richtig toll beleuchtet wird. Es geht relativ steil berghoch aber es lohnt sich, denn die Aussicht ist grandios. Von einem der höchsten Punkte habt ihr hier den besten Ausblick auf die gesamte Stadt. Oben ist eine kleine Bar, die zu einem leckeren Bier oder einem anderen Getränk einlädt.

sehenswürdigkeiten budapest

Wellness in Budapest

Vor unserer Reise haben wir viel über die tollen Thermalbäder in Budapest gehört und gelesen. Wir haben uns relativ spontan dafür entschieden, uns ebenfalls über GetyourGuide eine Tageskarte für das Rudas Bad (http://de.rudasfurdo.hu/) inkl. 3 Gänge Menü im dazugehörigen Restaurant zu buchen. So konnten wir den letzten Tag ausklingen lassen. Das Bad an sich ist recht klein, dafür ist es aber überhaupt nicht überfüllt und man kann wirklich entspannen.

Am Dach gibt es einen kleinen beheizten Pool mit einer Bar. Leider war es hier ziemlich überfüllt – der Pool dort oben ist wirklich sehr klein für dann doch zu viele Menschen. Aber die Aussicht von hier oben ist unbezahlbar!! Weiter unten im Bad gibt es einen speziellen Bereich, das Türkische Bad, wo nochmal verschiedene Becken mit unterschiedlichen Temperaturen oder Massageräume zu finden sind (das muss man jedoch extra bezahlen, kostet ca 5 EUR pro Person).

rudas bad budapest

Das Essen am Abend war super lecker, es gab eine tolle Auswahl und die Atmosphäre im Restaurant war sehr ruhig und angenehm (hier ist gar nichts vom typischen „Schwimmbad Restaurant“ zu sehen, da dieses Restaurant auch von außerhalb betreten werden kann). Es gibt ganz tolle Plätze direkt am Fenster und da das Bad sehr nah an der Donau liegt, hat man hier gerade Abends eine wundervolle Aussicht beim Dinner. Unsere Empfehlung ist jedoch, die Badesachen dann gegen andere Klamotten zu tauschen. Zum einen kann es recht kühl sein je nachdem wo man sitzt und zum anderen ist es wegen der Gäste von außerhalb schon etwas komisch, wenn man dann dort Abends nur in Badesachen sitzt 😉

 

 

 

Essen und Trinken in Budapest

Wir wollen noch kurz auf die Möglichkeiten der Gastronomischen Vielfalt in Budapest eingehen und können nur sagen:

Eine Stadt für Genießer!

Hier ist für jeden etwas dabei. Egal ob vegetarisch, vegan oder normale Küche in verschiedenen Formen. Hier findet jeder genau das, was er mag. Es gibt z.B. einen kleinen Streetfood Bereich (Budapest, Kazinczy u. 18, 1075 Ungarn), den ihr unbedingt ausprobiert haben solltet.

Generell sind die Preise für Essen und Trinken (vor allem fürs Bier) mehr als fair und teilweise deutlich günstiger als in Deutschland. Jedoch gilt auch hier, dass vor allem in den Touri Ecken alles etwas teurer ist.

Eine tolle Bar ist z.B. Szimpla Kert, nur wenige Meter vom Streetfood Markt entfernt. Hier hat man tatsächlich das Gefühl, man verläuft sich. Wir sind aus Las Vegas schon sehr viel Reizüberflutung gewohnt und hier war es ähnlich, denn hier kann man in der einen Ecke Shisha in einer Badewanne rauchen und direkt gegenüber im nächsten Raum hat man das Gefühl, man sitzt in einem Raumschiff. Sehr viel Liebe wurde in diese Bar gesteckt, es gibt eine große Auswahl an Getränken auf mehreren Ebenen und die Leute dort sind alle super entspannt!

Du möchtest dich noch mehr über Budapest informieren?

Dann schau dir doch mal diesen Reiseführer* an, hier erfährst du auf 148 Seiten viele Insider Tipps und bekommst Infos über tolle Events. Das ganze ist auch als Ebook für den Kindle erhältlich 🙂

 

Du hast Interesse an weiteren Städtetrips? Dann schau doch mal in unserer Reiseübersicht vorbei.

Von Voraussetzungen über Unsicherheiten zu mehr Klarheit

Was sind die Voraussetzungen, um AuPair zu werden? Bin ich dafür überhaupt geeignet?

Da du dort mit Kindern zu tun hast, solltest du bereits Erfahrungen bei der Betreuung von Kindern haben & auch einen Erstehilfeschein. Voraussetzung ist auch, dass du zumindest Grundkenntnisse in der Sprache hast & wichtige Dinge verstehst und dich bei Unklarheiten auch äußern bzw. Nachfragen kannst – gerade wenn du mit deinen Gasteltern kommunizierst und es um die Betreuung der Kinder geht, sind Missverständnisse ärgerlich. Ansonsten solltest du im Alter von 18 – 30 Jahren sein. Zusätzlich erwarten manche Familien, dass du einen Führerschein hast.

AuPair sein verbinden viele mit Urlaub. Jedoch heißt das auch Arbeit: Wenn du dich gerne mit Kindern beschäftigst & Spaß daran hast ihren Alltag zu begleiten & auch Freizeitangebote zu planen, vielleicht auch Haustiere magst & du gerne einen Teil vom Haushalt übernimmst, klingt Aupair sein geeignet für dich. Du solltest aber auch Spaß an anderen Kulturen und Sprachenlernen haben und dich in andere Umgebungen einfinden können, z.B. auch die Familienregeln akzeptieren und es sollte kein Problem für dich sein, eine Weile nicht in deiner gewohnten Umgebung mit Familie & Freunden zu sein.

Wo brauche ich als Aupair ein Visum und welches?

Für Neuseeland, und auch für andere Länder wie Amerika oder Australien: JA! Für europäische Länder hingegen reicht es oft, wenn du einen deutschen Pass hast. Dies ist jedoch nur eine allgemeine Angabe & ich kann nur empfehlen sich rechtzeitig für sein Wunschland zu informieren, denn das Beantragen kann ein Weilchen dauern.

Für Neuseeland benötigst du das „Working Holiday Visum“. Mehr Infos dazu findest du hier. 
Für das WHV in Neuseeland gilt, dass du zwischen 18 und 30 Jahren alt bist, ohne eigene Kinder anreist und es das erste Mal beantragst. Je nach Staatsangehörigkeit kannst du mit diesem Visum zwischen 6 und 23 Monaten dort bleiben.  Außerdem solltest du ein Rückflugticket oder genügend finanzielle Mittel, um eins zu kaufen, vorweisen können. Du solltest die persönlichen und gesundheitlichen Anforderungen erfüllen, die abgefragt werden und ebenfalls eine Kranken- und Unfallversicherung für deinen Aufenthalt dort vorweisen können.

Was würdest du Anderen raten, die sich noch nicht sicher sind, ob Aupair werden „das Richtige“ für sie ist?

Ich denke, dass es hilft sich im Vorfeld einige Fragen zu stellen. Hilfreich ist es sicher auch einige verschiedene Erfahrungen im Umgang mit Kindern zu sammeln: Kann ich mir das überhaupt vorstellen die Verantwortung zu übernehmen, mich in eine andere Familie integrieren & passende Unterstützung leisten? Kannst du dir vorstellen dich anderen Familienregeln unterzuordnen und auch Kompromisse einzugehen? Bist du bereit ein Stück Privatsphäre abzugeben?

Aupair werden- welcher Typ bist du?

Bist du gerne unterwegs und hast selten Heimweh? Ein Aupairleben bietet dir die Möglichkeit trotz Reisen immer einen festen Wohnsitz zu haben. Bist du eher der Typ der gerne Nonstop on Tour ist oder brauchst du ein sicheres Plätzchen? Wenn du dir diese Fragen beantwortet hast, hilft es sich noch weitere Alternativen anzuschauen. Vielleicht möchtest du einfach nur deine Sprachkenntnisse verbessern? Dann kommt eher eine Sprachreise in Frage. Du möchtest eher unabhängig sein & nicht immer am festen Ort bleiben? Dann ist Work & Travel vielleicht eher etwas für dich.
Im Notfall hilft nur Ausprobieren. Wenn du merkst, dass es so gar nichts für dich ist, kannst du die Sache immer noch abbrechen oder um planen.

Welche Fragen sollte ich einer Gastfamilie stellen?

Auch diese Frage bekomme ich öfter gestellt. Meine Antwort dazu lautet immer: Was ist dir denn wichtig?
Wenn du eine „auf den ersten Blick“ passende Gastfamilie gefunden hast &  ein Gesprächstermin vorher ansteht, überlege dir zunächst: „Was ist dir wichtig?“ „Was möchtest du und was geht vielleicht gar nicht?“ Oft ist es so, dass wir besonders gut performen wollen- wir wollen der Familie gefallen. Doch nur das reicht nicht, finde ich.
Vielleicht hast du ne Katzenallergie & Katzen gehen gar nicht? Oder du bist Vegetarier, Fleisch zu bereiten ekelt dich an? Du bist ein Dorfmensch und in der Stadt ist es dir zu laut? Überlege dir vorher wie deine „Traumfamilie“ aussieht. Sicher: Genauso wird es die vielleicht nicht geben oder es gibt bei bestimmten Dingen Kompromisse. Doch bei Dingen, die dir grundlegend wichtig sind, solltest du keine Kompromisse eingehen, denn dann besteht die Gefahr, dass dein AuPair- Jahr zur Enttäuschung wird.

Ja, aber ich kann doch nicht nur erzählen, was ich mir wünsche und vorstelle? Nein, so auch wieder nicht. Schreib dir trotzdem vorher eine Liste, was dir besonders wichtig ist & was du dir vorstellst. Anschließend kannst du dir eine Liste mit verschiedenen Fragen überlegen. Wie sieht der Alltag deiner Gastfamilie aus? Hatten sie schon Aupairs? Wie alt sind die Kinder, gehen sie zur Schule oder in den Kindergarten? Welche Hobbys hat die Familie? Welche Besonderheiten gibt es? Was ist der Familie besonders wichtig? Was machen sie in ihrer Freizeit? Und auch eine wichtige Frage: Was erwarten sie von dir? Wenn du besondere Wünsche, Allergien, Essgewohnheiten, Hobbys oder was auch immer hast, sprich dies an und frag nach.
All diese Fragen geben dir einen Einblick & Überblick über das Familienleben, und kannst für dich die Entscheidung treffen: Das Passt oder passt nicht.

Du willst wissen, wie ich mich aufs Aupair werden vorbereitet habe und wie ich alles in Gang gesetzt habe ? Dann findest du im vorherigen Artikel  meine Geschichte.

Wie kommt man auf die Idee Aupair zu werden? Wie geht man die ganze Sache an und wie läuft das mit der Umsetzung? Im Folgenden nehme ich euch mit zurück auf meine Reise und starte heute mit dem ersten Teil. In diesem erfahrt ihr, woher der Wunsch kam, welche Gedanken mich dabei begleitet hat. Und wie ich das Ganze umgesetzt habe.

Von der Idee Aupair zu werden..

November 2014

Draußen ist es schon dunkel als ich Feierabend habe & vom Kindergarten aus nach Hause fahre. Gerade hatte ich das Abi hinter mir, nun stecke ich mitten in den Vorbereitungen für mein letztes Jahr der Erzieherausbildung & habe das Gefühl: Das kann jetzt noch nicht alles gewesen sein, da geht noch was.

Zu Hause angekommen berichtete ich: „Ich will nach Neuseeland“ – „Neuseeland.. AHA.“– bekam ich als Antwort. Zu diesem Zeitpunkt war sich noch niemand sicher, dass ich das tatsächlich umsetze. Ich mir allerdings auch nicht- Trotzdem begann ich nach und nach mich mehr mit diesem Land auseinander zu setzen & zu überlegen, was ich dort denn eigentlich Nützliches machen kann.
Ich googelte, fragte, kaufte mir einen Reiseführer von Neuseeland und leitete nach und nach alles in die Wege, was ich so brauchte & entschied mich dazu mir eine Gastfamilie zu suchen und „Aupair“ zu werden. Den Gedanken hatte ich zwar schon nach dem Abi, aber das Ganze ernsthaft und entschlossen anzugehen, entwickelte sich dort.

Oft werde ich gefragt: Wie bist du denn auf Neuseeland gekommen?

Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung mehr, wieso genau dort. Ich wollte eine neue Herausforderung, etwas was weit weg ist, aber trotzdem nicht dem typischen „American dream“ folgt & weiter mit Menschen arbeiten, plus mein Englisch auf Vordermann bringen. Neuseeland erfüllte all diese Bedingungen & war gerade wegen der Natur & der Andersartigkeit so interessant für mich.
Heute weiß ich, dass es in Neuseeland vermutlich genauso viele Touris, Au pairs und Work & Travellers gibt, wie in anderen Ländern auch. Als ich allerdings 2014 die Idee hatte, war ich noch der Überzeugung, dass dies eher eine Ausnahme ist.

.. Zur Umsetzung: Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden & Woran sollte ich denken? – Was mir am meisten geholfen hat

Nachdem die Entscheidung Neuseeland & Aupair gefallen war, hatte ich noch gut ein Jahr Zeit um alle möglichen Dinge zu planen: Wo finde ich eine Gastfamilie? Mit Agentur oder ohne? Welche Versicherungen brauche ich? Wie viel Geld werde ich benötigen? Wann buche ich meinen Flug? Welche Dokumente brauche ich zusätzlich, was muss ich erneuern lassen? Muss ich meine Englischkenntnisse aufbessern? Brauche ich zusätzlich einen neuen Erste Hilfe Schein?

Was mir zunächst geholfen hat, waren eigenständige Recherche, Berichte & Erfahrungen von Leuten, die das alles schon einmal geplant hatten. Ich entschied mich zunächst dazu eigenständig eine Gastfamilie auf der Website AuPairworld.com zu suchen und eine Agentur nur dann zu nutzen, wenn ich dort nicht fündig wurde.
Bei AuPairworld.com erstellst du dein eigenes Profil, gibst verschiedene Interessen, dein Wunschland/länder an & bekommst dementsprechend Familien angezeigt, die du anschließend anschreiben kannst.
Diese Art gefiel mir besser, als über eine Agentur an irgendwen übermittelt zu werden.
Nach mehreren Gesprächen mit unterschiedlichen Familien fand ich meine Gastfamilie, die vorher schon mehrere Aupairs hatte. Bei mehreren Skype- Interviews sprachen wir über unsere Vorstellungen & ich bekam die Rückmeldung, dass ich quasi „eingestellt“ bin, wenn ich möchte.

Was hat mir noch geholfen?

Ein großer Vorteil war für mich, dass die Familie vorher schon einige Aupairs hatte & ich deren E-mailadressen erhielt und auch mit diesen sprechen konnte. Die vorherigen Gespräche  gaben mir persönlich eine große Sicherheit, dass dies die „richtige“ Familie für mich ist. Zusätzlich gab mir meine Gastfamilie viele Infos, was das Visum, Kultur & Vernetzungen mit anderen Aupairs betraf.
Dabei gab mir meine Gastmutter verschiedene Links für typische Travel & Aupair Gruppen bei Facebook, wo sich die meisten schon vor Anreise verabredeten, austauschten & Fragen beantworteten. Auch das war ein mega Plus, denn so war ich mit meinen Fragen nicht alleine & hatte zusätzlich einen ersten Anschluss gefunden.

Bevor ich allerdings die Familie aussuchte, habe ich mir eine Liste mit sämtlichen Kosten gemacht. Auch das halte ich für sinnvoll. Wenn du eine Familie aussuchst und danach feststellst, dass du dir das Alles gar nicht leisten kannst, ist das sehr enttäuschend. Ich beschloss zur Bank zu gehen & zu sparen. Die Bankangestellte fragte 3 mal ob ich mir da sicher bin. Doch darum habe ich mir keine Sorgen gemacht. Wenn ich merke, dass der Betrag zu hoch ist, kann ich das immer noch abändern. Für mich war das eine gute Gelegenheit, um mein Geld nicht unnötig aus dem Fenster zu werfen und genug Rücklagen zu haben.

Weitere Vorbereitungen

Nachdem das geregelt war, beantragte ich mein Visum & einen Führerschein, erneuerte meinen Reisepass, scannte wichtige Dokumente ein & sicherte sie, buchte meine Auslandskrankenversicherung (bei der Hansemerkur), suchte nach einer geeigneten Kreditkarte & ganz zum Schluss buchte ich den Flug. Auf einen Sprachkurs verzichtete ich, ich fing jedoch an wieder auf Englisch zu lesen, Filme zu gucken & mich weiter mit dem Land zu beschäftigen- und da gab es schon im Vorfeld einiges zu entdecken.

Was mir am meisten geholfen hat…

…war vor allem eins: Genug Zeit!
Ich habe viele Dinge verglichen, viel gelesen & nachgefragt. Alles auf den letzten Drücker zu machen, sorgt vermutlich dafür, dass du irgendetwas vergisst, übersiehst oder es lediglich eine schlechte Beratung war. Ich hatte immer verschiedene Listen, für Finanzen, für wichtige Dokumente, Notfallnummern, etc., wo es hilfreich ist, diese auch digital zu sichern & eben für Gepäck und Reiserouten. Sicherlich kann man auch auf Listen & Planungen verzichten, für eine allererste längere Reise hat mir dies allerdings geholfen, um eine gewisse Sicherheit zu erlangen.

Nach der Idee in der Umsetzung: Was mir vor meiner Abreise durch den Kopf ging & welche Zweifel unbegründet waren

April 2015

Mein Kolloquium war bestanden, meine Erzieherausbildung so gut wie abgeschlossen. Neuseeland erschien mir zu dem Zeitpunkt noch seeeehr weit weg. Jedoch kümmerte ich mich um alle nötigen Unterlagen: Reisepass, Visum, Versicherungen, Flüge, etc. – und natürlich um eine Gastfamilie. Das machte die ganze Sache nach und nach realer.

Die Reaktionen meines Umfelds waren sehr gemischt, als ich immer noch weiter begeistert davon berichtete. Die einen hatten Bedenken, wie: „Neuseeland ist aber ganz schön weit weg.“ „Ist dein Englisch denn gut genug?“ „Neuseeland? Du findest ja nicht mal die Schützenhalle im Dorf, verläufst du dich da dann nicht?“ Die anderen hatten Sorge, dass es mir dort so gut gefällt, dass ich nicht zurückkomme, fanden es super oder wussten irgendwelche Fakten über Kultur, Mensch & Tier.

Wenn ich heute darauf zurückblicke, kann ich über all diese Kommentare lächeln. Ich habe mich nicht verlaufen- zumindest nie so, dass ich nicht mehr angekommen bin- ich bin wieder in Deutschland & dass es so weit weg ist, war für mich auch nicht weiter schlimm. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es ohne zwei entscheidende Dinge nicht funktioniert: Zum Einen , die Entschlossenheit, das wirklich zu tun & zu wissen, wieso du das vor hast. Zum Anderen den Mut es zu tun, auch wenn Zweifel in dir selbst oder bei anderen hochkommen.

September 2015

Der größte Orga- Teil war erledigt. Die letzten Wochen war ich zunehmend damit beschäftigt meine Zeit mit Freunden & Familie zu teilen, eine erste Reiseroute zu planen und natürlich: Koffer packen. Das ich damit so viel Zeit verbringen werde, war mir am Anfang noch nicht so klar. Wenn ich früher in den Urlaub gefahren bin, hatte ich oft viel zu viel mit. Zu Freuden meiner Freundinnen, wenn sie was vergessen haben. Für Neuseeland gestaltete sich das Ganze zunächst schwierig:
Wie sollte ich für ein ganzes Jahr, statt für zwei Wochen Urlaub packen? Ich packte ein, packte aus, entschied mich dann doch wieder um, besorgte mir Vakuumbeutel, schaute mir irgendwelche Youtube Videos  & Hacks an, wie ich möglichst viel in den Koffer bekam.

Den Abend vorm Flug saß ich in meinem Zimmer & überlegte, ob alles noch genauso aussehen würde, wenn ich wieder hier bin. Ich schrieb Briefchen für Freunde & Familie, checkte bestimmt 4 Mal ob ich alle Sachen dabei hatte & beschloss die Nacht wach zu bleiben, weil ich sowieso so aufgeregt war und die Uhr „gleich aufstehen“ sagte. Bis dahin war die Freude noch riesig.

Das Ergebnis der Umsetzung: Abflugtag!

Je näher wir allerdings dem Flughafen kamen & mir klar war, dass ich jetzt nicht sagen werde: Och, eigentlich wäre es zu Hause ja auch ganz schön, desto nervöser wurde ich. Nachdem ich alle winkend und drückend verabschiedet hatte & nun so ohne sie am Gate auf den Flieger wartete, kam mir das erste Mal der Gedanke: „Oh Gott, was hast du dir dabei eigentlich so gedacht, Sarah?“

Was, wenns schief geht? Und was, wenn die Idee genial ist?

„Was, wenn ich beim Umsteigen den Flieger nicht finde? Was, wenn meine Gastfamilie doch nicht nett ist oder ich sie gar nicht verstehe? Oder wenn mein Koffer nicht ankommt? Und was ist, wenn ich dort nicht zu recht komme? Das Gedankenkarussel malte sich alle schlimmen und schrecklichen Geschichten aus, die es so gibt.
Ich denke so, oder so ähnlich ergeht es Vielen. Zunächst ist da die Idee, die deine Augen leuchten lässt. Dann planst & machst du & es wirkt noch unreal. & ab dem Moment wo du merkst: „Jetzt wird’s ernst!“ kommen zweifelnde Gedanken. 

Doch das Gute ist: So schnell wie Sie kommen, gehen Sie auch wieder.  Selbst, wenn gar nicht alles glatt läuft, findet man eine Lösung. Ich habe die Anschlussflieger bekommen & meine Gastfamilie war super. Tatsächlich ist mein Koffer, den ich doch vorher mit so viel Liebe & Planung gepackt hatte nicht angekommen. Eine Woche lang wusste auch niemand, wo er ist & ob er ankommt.
Aber: Ich hab´s überlebt. Und der Koffer kam. Nach 30 Stunden Flug ist es natürlich schön, wenn man sich direkt umziehen kann. Besonders, wenn man, wie ich, die dickste Winterjacke trägt, die man hat.
Auch dafür gab’s eine Lösung: Waschmaschine! Und glücklicherweise hatte ich noch 3 Paar Socken. (Lifehacktraveltipp, den ich so nicht mehr empfehlen würde: Socken in den Traveltrinkbecher stopfen und im Handgepäck mitnehmen).

Learning: Immer, wenn ich nun irgendwo hinfliege, steckt ein Ersatzoutfit in meinem Handgepäck.

Was, wenn du die Lösung findest?

Bei allen „Was, wenn Szenarios“ gab‘s immer eine Lösung. Selbst, wenn etwas nicht so gelaufen ist, wie ich es wollte, habe ich viel dazu gelernt, kann nun drüber lachen & sehe einige Dinge heute entspannter – nicht immer zu Freuden Anderer, aber zu Meiner. Denn ein Gedankenkarussell von „Was, wenn Gruselszenario- Fällen“ macht in der Regel nervös & lässt deine Perspektive in eine Negativrichtung lenken. Wenn wir so denken, fallen uns oft keine Lösungen ein, weil wir so in unserem Horrorszenario drinstecken. Heute stelle ich mir oft die Frage: „& was, wenn alles gut läuft?“

Ich glaube Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln & bei denen etwas nicht so läuft, wie wir es uns gewünscht haben, helfen dabei zu wachsen und dazu zu lernen. Mir sind sicher schon einige Dinge passiert, die anders gelaufen sind:
Der Flieger kam später, der Koffer war weg, ich habe irgendetwas vergessen, etc. All diese Dinge haben tatsächlich dabei geholfen, entspannter zu werden. Es gibt heute sicher immer noch „Was,wenn- Szenarios“ in meinem Leben.
ABER:  Dann überlege ich mir vorher einen Plan B. Ohne mich immer weiter in etwas hineinzusteigern, was total unwahrscheinlich bis nie passiert. By the way: Die Wahrscheinlichkeit mit einem Flugzeug abzustürzen ist genauso hoch wie im Lotto zu gewinnen. Selbst, wenn Plan B nicht funktioniert weiß ich heute: Ein tiefes Vertrauen in dich & deine kreativen Lösungen sowie eine ganze Portion Geduld helfen ungemein.

Bevor ich die Reise antrat, dachte mein Naives- Ich:
„Wenn du das gemacht und gesehen hast, dann kann auch die Welt ruhig untergehen. Dann hast du ja schon den größten, spannendsten Teil deines Lebens erlebt.
Haha. Heute weiß ich: Das war gerade erst der Anfang, denn es gibt noch viel mehr!

Fazit

Bei allen Zweifeln, Grübeleien & Was-wenn Szenarios bin ich froh, diese Reise trotzdem gemacht zu haben. Ich wäre heute glaube ich sehr enttäuscht, wenn mich diese Dinge davon abgehalten hätten so viele tolle Erfahrungen, Begegnungen & Erlebnisse mitnehmen zu dürfen.

Im nächsten Teil beantworte ich Fragen dazu, wie du Aupair werden kannst. Welche Voraussetzungen du erfüllen solltest, wie du eine geeignete Gastfamilie findest und an was du alles denken solltest. Dich interessiert Neuseeland und du willst ein paar Fakten kennen? Die findest du in meinem vorherigen Artikel.

10 ganze Monate durfte ich in Neuseeland leben, reisen, arbeiten & meine Zeit mit den Locals teilen, Kinder betreuen & die Kultur kennen lernen. Typisch Neuseeland? Sweet as? Was das heißen soll und was typisch ist, erfährst du gleich. Die Reise ist nun schon fast 3 Jahre her- damals habe ich eine Liste angelegt mit Dingen, die ich dort für ungewöhnlich, anders, super oder einfach lustig fand – bei all den vielen Sehenswürdigkeiten, Erlebnissen & Abenteuern teile ich hier meine Liste mit euch & hoffe ihr habt genauso viel Spaß beim lesen wie ich es hatte.

Typisch Neuseeland- die Umgebung

#I´m a Kiwi – Verwendet man in Neuseeland das Wort Kiwi, denken die Leute nicht direkt wie wir an die Frucht oder vielleicht auch den dort lebenden gleichnamigen Vogel, sondern an sich selber.

#Aoetaroa  ist der Maori Name- der Name der Einheimischen für Neuseeland und heißt „Land der langen weißen Wolken“ – Dafür gibt’s die unterschiedlichsten Erklärungen. Vom Weltraum aus sieht das Land tatsächlich aus wie eine langgezogene Wolke, aber auch der Horizont von Neuseeland ist oft von langen Wolken durchzogen.

#Auf einen Kiwi kommen 6 Schafe: Neuseeland hat weniger als 5 Millionen Einwohner, dafür sind die Schafe hier weitaus mehr verbreitet

#Mein Lieblingsfact: Der Strand ist nirgends weit weg! Die weiteste Entfernung vom Strand sind 128 km. Du kannst also auch surfen und am gleichen Tag Skifahren

#Kiwi’s brauchen keine Klingel, sie klopfen einfach an die Haustür- zur Not bis alles wackelt- natürlich gibt’s auch Leute mit einer gewöhnlichen Klingel – meiner Erfahrung nach ist es aber nicht unüblich einfach keine zu haben

#Doppeltverglaste Fenster sind Mangelware
Wie gesagt: Mittlerweile ist das drei Jahre her & als ich dort war gab es Neubauten, bei denen auch sicher doppelt verglaste Fenster eingebaut wurden. Bei den „alten“ Häusern jedoch eher selten.

#Haustüren abschließen? Kann man machen, muss man aber nicht!

Sweet As- Redewendungen, Floskeln und Missverständnisse

#Mit „Sweet As“ ist nicht etwa ein schöner Hintern gemeint, sondern eine Redewendung um auszudrücken, dass etwas „cool“ ist

#Neuseeländische Flipflops heißen Jandals – Mischung aus Sandals wie Sandale und irgendetwas..

#“Ist not Ketchup, Sarah“, höre ich mein Gastkind sagen- in Neuseeland sagt man eben tomato sauce, nicht Ketchup.

#“How is it going?“ – Egal wo, zur Begrüßung wird man ständig gefragt, wie es einem geht, auch wenn darauf keine Antwort erwartet wird- Eine ausführliche Antwort über dein Befinden sorgt eher für Verwirrung.

#Meine Erfahrung: Wenn ein Kiwi sagt, es ist viel los, ist eigentlich nicht viel los – Liegt vermutlich an der eher geringeren Einwohneranzahl, als wir es in Deutschland gewohnt sind.

#Fragt man, wie weit ein Ort weg ist, erhält man meistens die Antwort: Ach, nicht weit 10 Minuten. Allerdings Kiwi Zehnminuten – die sind länger.

#Niemand sagt Gesundheit, wenn man niest

#yah nah klingt vielleicht gleich YES meint aber NO

#ein altes historisches Gebäude kann 80 Jahre alt sein

#Schilder im Schwimmbad: Mermaid tails are not permitted. Also, solltet ihr ins Schwimmbad gehen, lasst euren Meerjungfrauenanzug zu Hause!

#Barfuß laufen ist gesund: Ob im Supermarkt, oder beim Autofahren. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn die Leute ihren Alltag ohne Schuhe gestalten.

#Man bedankt sich beim Busfahrer für die Busfahrt! 🙂

#Haustelefon ist nicht gleich Haustelefon, Telefonate von einer Region in die andere sind nicht kostenfrei – Solltet ihr also bei einer Gastfamilie sein, ist es ratsam sich zu erkundigen, wen ihr anruft, besser gesagt wohin – sonst wird es teuer.

 

Typisch Neuseeland- Lifestyle & Gewohnheiten

 

#Party all night? Eher nicht – Bars/Discos/Partys schließen meist gegen 2 Uhr nachts.

#Kiwis gehen nur einmal die Woche für den Wocheneinkauf. Was man nicht hat, hat man dann nicht

#Um nach 8 im Restaurant zu sitzen benötigt man einen Ausweis – Ich möchte gar kein Bier- Ja, trotzdem!

#Für die Bierliebhaber: Es gibt Krombacher in 660 ml Flaschen und ist das günstigste Bier!

#Einkäufe werden an der Kasse vom Verkäufer in die Tüten geräumt. Wenn du deinen eigenen Beutel mitbringst oder selber einräumen möchtest, wirst du ein wenig schräg angeschaut. – Vielleicht ist das nach Greta Thunberg anders

#Viele Kiwis besitzen einen Wassertank mit denen sie sich versorgen, so lange der Regen reicht

#Wasser kaufen wird für überflüssig gehalten, Krahneberger geht immer- Mineralwasser Fehlanzeige

#Wasser gibt es immer und überall – in Restaurants, Bars oder Clubs -umsonst zum Trinken- Mineralwasser aber hat den gleichen Preis wie ein Bier

#Warmwaschen wird überbewertet, viele Leute waschen ihre Wäsche kalt 🙂

#Autotüren in andere Autos hauen ist kein Grund sich aufzuregen. Ich weiß nicht wie oft irgendwelche Menschen ganz entspannt mal eben an meine Tür beim Aussteigen geeckt sind oder bei Anderen & es keine große Sache gewesen zu sein scheint.

#die Polizei ist überall – und blitzt übrigens aus dem Gegenverkehr während des Fahrens heraus. Oder steht irgendwo im Nirgendwo in einer Ecke und wartet auf dich – wenn du nicht damit rechnest.

#Alkohol in der Öffentlichkeit außer in Bars ist strikt verboten.

#Kauft man ein Auto, kann man es bei der Post anmelden oder auch Ummelden. Ein kleiner Papierschnipsel genügt dafür. Auch gut zu wissen: Strafen kann man gleich mitkaufen- sind also Rechnungen offen, geht dies nicht unbedingt an den Schuldigen, sondern auch an dich, wenn du dich vorher nicht informierst J

#Kinder haben selbstverständlich Chips in ihrer Lunchbox für die Schule

#Weihnachten ist im Sommer – Wo könnte man dort besser feiern als..? Genau am Strand- mit Barbecue – An Weihnachten zählt dort nicht nur die Familie, sondern auch Nachbarn oder Bekannte, die sonst alleine wären, werden eingeladen.

#Grillen am Strand ist typisch Kiwi, deshalb sind oft genug Grills am Strand montiert, sodass man nur noch sein Essen mitbringt und auf geht’s.

#Türen stehen immer offen (wortwörtlich)

#In jedem Ort mit Geschäften gibt es gefühlt 10 verschiedene Banken

#Pünktlich sein wird überbewertet

#Geburtstagspartys können vor dem eigentlichen Geburtstag stattfinden

#Mittagessen ist „niemals“ eine warme Mahlzeit- zumindest nicht bei meiner Gastfamilie

#Kinder haben Laptops in der Schule – manche haben Minecraft als Unterrichtsfach – fand ich vor drei Jahren scheinbar unüblich –  doch so schnell ist der Wandel, dass ich es nun gar nicht mehr für total außergewöhnlich halte

#Es gibt keine Jackenabgaben in Clubs, Kiwis gehen ohne Jacke feiern- egal wie kalt es ist

#Will man Alkohol in einer Gruppe kaufen, muss nicht nur einer seinen Perso zeigen, sondern alle- Immer, grundsätzlich.

#Gekkos im Haus, sind vollkommen normal- fängt es aber an zu Hageln, wird die ganze Familie ans Fenster getrommelt um das Geschehen zu verfolgen

#Kinder werden grundsätzlich mit fünf eingeschult

#Kindergärten sind kein musthave

#Kirchen sehen aus wie normale Wohnhäuser

#Trinkgeld geben ist unüblich

#Nachdem man irgendwo öffentlich gegessen hat, verlässt man kiwimäßig das Lokal direkt, und bleibt nicht gemütlich und ausdauernd sitzen – eine andere Esskultur.

#Diätlogiken dort habe ich oft nicht so ganz verstanden: Popcorn kann man zum Diäten essen, aber Reis hat viel Zucker & bitte nur noch einmal die Woche eine Flasche Wein. Okay.

#einen eigenen Pool am Strand buddeln ist möglich- dazu später mehr

… Bevor hier ein lautes ABER, das stimmt so nicht kommt: mit Sicherheit kann man hier nun drüber streiten, ob das auf jeden Kiwi wirklich genau so zutrifft – nun wie gesagt, das sind meine Erfahrungen 🙂
Ihr wollt mehr über das Land, die Menschen und das Aupairleben wissen?
Dann bleibt dran – In nächster Zeit nehme ich euch mit auf meine Reise und teile hier meine Erfahrungen mit euch 🙂

 

Dazu sollten wir uns zunächst fragen: Was heißt glücklich werden überhaupt?

Eine Frage mit der wir uns ein ganzes Leben lang beschäftigen können und viele verschiedene Antworten bekommen. Für den Einen ist ein glückliches Leben viel Geld, für einen anderen vielleicht der Netflixabend auf dem Sofa und für wieder einen anderen das stundenlange meditieren auf einem Stein in der Südsee. Doch ich glaube Glück ist mehr als das.

Können wir überhaupt immer und jeden Tag glücklich sein?

Ich denke, dass hängt davon ab, wie wir Glück definieren. Für viele ist Glück auch einfach Spaß. Aus dieser Perspektive ist es nicht möglich jeden Tag glücklich zu sein, denn dann kommen die lästigen Alltagsaufgaben, das Wetter oder sonst was dazwischen. Wenn wir Glück aber als eine Lebenseinstellung betrachten, die von einer Grundzufriedenheit ausgeht, ist Glück auch jeden Tag möglich. Doch wie stellen wir das an jeden Tag aufs neue vor Glück zu sprühen? Wie werde ich glücklich? Ich denke eine Antwort darauf ist DANKBARKEIT.
Was die Themen Achtsamkeit angeht boomt das Wort „Sei dankbar“ seit einiger Zeit mit. Doch wieso ist das so? Dafür habe ich heute eine kleine Geschichte aus dem letzten Urlaub aus Teneriffa mitgebracht und hoffe auch ihr könnt ein kleines bisschen Glück für euch daraus mitnehmen.

Das Glück bei der Urlaubsbuchung finden

Es gibt Dinge, die mich manchmal zum weinen und zum Lachen bringen können. Bevor Basti & ich unseren Sommerurlaub buchen, erkundigen wir uns – logisch – nach einer passenden Unterkunft. Was macht der Mensch gerne? Vergleichen!
Während Basti zum Vergleichen gerne dreißig Tabs gleichzeitig auf hat und dann vergleicht, bin ich großer Fan vom Aussortieren. Trotzdem ist es immer wieder eine Herausforderung den Überblick zu behalten, also erstmal Bewertungen lesen.

Ich lese am liebsten erst immer die weniger guten Bewertungen, die mir das Aussortieren in der Regel erleichtern. Für Teneriffa war dies nicht ganz so einfach und gleichzeitig belustigend.

Ulla, 58 vergibt 2 Sterne – das macht uns stutzig, sind doch die restlichen Bewertungen gut. Ihr Problem: Die Handtücher im Hotel waren nicht samtweich genug & außerdem zu fusselig. Ansonsten wäre es aber Prima dort.
Bei solchen Bewertungen frage ich mich immer: In welcher Welt leben wir denn nun eigentlich?

Bewertungen sind immer subjektiv – Klar. Selbst wenn 130 Leute etwas gut finden, gibt es mindestens eine Person, die die Katastrophe dort findet & natürlich genau so auch anders herum. Aber 2 Sterne weil die Handtücher nicht weich genug waren, ehrlich?

eine Prise Zufriedenheit – glücklich werden durch Essen?

3 Monate später – Wir sitzen im Hotel zum Abendessen. Eine riesige Auswahl von Gemüse, Früchten, Fleisch, Fisch, Garnelen & anderen Meeresfrüchten, sowie reichlich Kuchen und Eis liegen vor uns. Seit diesem Abend hatten wir neue Sitznachbarn, ein deutsches Paar, dass wir liebevoll Ulf & Gitte tauften. Egal wo wir an den nächsten Abenden saßen, hatten die beiden irgendwie das Talent uns immer zu verfolgen & genau hinter oder neben uns zu sitzen. Das Paar hatte gerade die wohlverdiente Rente angetreten & wollte nun endlich so richtig urlauben – Sie legten zwar nicht deutschgemäß ihre Handtücher auf die Liegen, aber hatten zu jedem Gericht einen passend abwertenden Kommentar.

„Wenn die sich heute wieder hinter uns hinsetzen..“ summten Basti & ich abends vor uns hin & schwupps, kaum hatten wir unser Essen, entdeckten die beiden natürlich genau wieder einen Platz hinter uns. Aus unserem Wenn- dann- Satz folgerte ich irgendwann ein „dann amüsieren wir uns einfach weiter.“

„Dat hier schmeckt ja gar nicht schlecht“- brummte Ulfs Stimme hinter mir. Gitti antwortete belehrend: „Das ist MO-ZA-RE-LLA.“

Ich fragte mich derweil, wieso er seinen Teller damit voll belädt, wenn er sowieso davon ausgeht, dass es schlecht schmeckt. Die engagierten Kellner, die Ulf & Gitti, uns & den Rest der Gäste stets so schnell es ging & immer freundlich versorgten, passten den beiden auch so gar nicht. Konsequent wurde die Ansprache auf deutsch gehalten, auch wenn klar war, dass der Kellner kein Wort deutsch spricht oder versteht – das war natürlich Grund zum Aufregen, wie kann der spanische Kellner denn auch einfach kein deutsch sprechen? Eines anderen schönen Morgens spazierte Ulfi mit der Bildzeitung rein, was den vorurteilsbehafteten Teil meines Gehirns, dass ignorante Menschen die Bild lesen, nur verstärkte.

Dieses Paar hat vermutlich ihr ganzes Leben lang auf diesen Moment – der Rente – hingearbeitet, um sich nun ein schönes Leben zu machen. Und nun sitzen sie da vor einem Buffet, was mehr bietet als jeder Einzelne verzehren kann, mit Blick auf wunderschöne Palmen, Sonne & Pool mit Menschen, von denen sie den ganzen Tag bedient werden, egal wie motzig sie zu diesen sind & sind trotzdem unglücklich – Es gibt immer was auszusetzen.  Mir gibt das oft zu bedenken. So belustigend es einerseits ist, so traurig ist es andererseits. Ich frage mich, wann es denn endlich genug ist mit dieser Dauer- Unzufriedenheit. Was unterscheidet solche Menschen von denen, die genau das gleiche erleben & trotzdem- oder gerade deshalb- tiefe Zufriedenheit ausstrahlen?

Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Menschen

„Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
Francis Bacon

 Meist fällt den Meckermenschen dies nicht einmal mehr auf. Es ist für sie normal so zu sprechen & andere Menschen so zu behandeln. Die Zufriedenen scheinen eine andere Perspektive auf die Dinge zu haben. Sie halten nicht am Gemecker fest, sondern sind dankbar dafür, was da ist.

Dankbar dafür mehr als genug Essen vor sich zu haben & dazu noch eine Riesenauswahl

Dankbar dafür, dass sie in Ruhe & in Frieden mit ihrem Lieblingsmenschen am Tisch sitzen

Dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die dich von morgens bis abends bedienen, wenn du es wünscht.

Dankbar dafür, in einer schönen Umgebung mit sauberer Luft sitzen zu können.

Und ich könnte die Liste mit diesen Dingen noch lange weiterführen…

Oft vergessen wir das. Dass dies nun eben keine Selbstverständlichkeit ist. Wir meinen wir hätten es verdient so oder so zu leben, wenn wir dies oder jenes tun. Wir glauben, dass uns die Welt, die Menschen oder sonst wer irgendetwas schuldig ist, wenn wir hart gearbeitet haben, Leid erfahren haben oder sonstigen Anstrengungen ausgesetzt sind. Ich glaube, dass das nicht stimmt, denn nur wir selbst sind es uns schuldig in Dankbarkeit zu leben, wenn wir glücklich sein möchten.

„Als ob du nie meckerst..“ klingelt da bei dem ein oder anderen im Kopf herum- Doch, auch ich tue das. Aber gerade in solchen Ulf & Gitti Situationen wird mir bewusst, dass all diese Dinge keine Selbstverständlichkeiten sind und sind für mich eine Erinnerung daran, dass es  IMMER etwas gibt, wofür ich dankbar sein kann.

Was sind deine Selbstverständlichkeiten? Worüber beschwerst du dich, obwohl du dankbar sein könntest?

Der ganz normale Wahnsinn..

Während ich am Küchentisch sitze und meine Erdnüsse knacke, höre ich meine Mutter mit den Nachbarn sprechen. Wie so oft wird gefragt, wie’s so läuft & was die Kinder machen. „Ja, da muss man natürlich auch viel lernen, wenn man wissen will, wie man Menschen analysiert und diese ganzen Störungen heutzutage behandeln kann. Ich knacke eine weitere Erdnuss und rolle mein geistiges Auge um 360 Grad um. Ich versuche mir bewusst zu machen, dass nicht jeder wissen kann, wo die Unterschiede liegen und erst recht nicht, was ich mit meinem Studium vorhabe.

„Psychologen sind wie Erdnüsse.“, sage ich, nachdem meine Mutter nach einer halben Ewigkeit und einundreißig verschiedenen Erklärungen, was ich denn eigentlich genau machen möchte, wieder zurückkommt. Ich erhalte ein irritiertes „Aha. Warum?“- „Naja. Erdnüsse werden auch immer für Nüsse gehalten, obwohl es Hülsenfrüchte sind. Und Psychologen sind für die meisten Menschen auch „nuuur“ Therapeuten.“

Vor- urteil & Psycho-loge

Zugegeben, es ist für den Alltags-mensch bei zunehmenden und sich ständig verändernden neumodischen Begriffen  auch nicht ganz so leicht den Überblick zu behalten. Bevor ich euch aber  einen Überblick gebe, teile ich hier meine Top 4 Lieblings Frage-Antwortspiele mit euch, wenn es um mein Psychologiestudium geht- zu jeder Berufsgruppe & zu jedem Studiengang gibt es gewisse Vorurteile – die nehm ich am liebsten mit Humor- oder gar nicht an:

  1. „Ah, du studierst Psychologie? Dann ließ doch mal meine Gedanken und erstell mir eine Analyse über mich!“ – sorry, das Fach Gedankenlesen war bei uns ein Wahlpflichtfach, was ich nicht belegt habe.
  2. „Psychologen haben doch immer selber einen am Helm, oder?“ Also mein momentan schreibender Teil der Persönlichkeit ist ganz gesund, nur wenn ich zu Persönlichkeitsteil drei wechsle, hab ich ab und an eine Spinnenphobie.
  3. „Ah, willst du dich mit dem Psychologiestudium dann selbst therapieren, oder wieso studiert man sowas?“ – Ja genau. Die Selbsthilfegruppen waren alle ausgebucht – einen Studienplatz an der Uni zu bekommen war leichter & nun bin ich hier.
  4. „Psychologie, soll ja n krasses Fach sein mit viel Lernen und so. Bist du denn so schlau?“ – Nein, eigentlich bin ich total hohl, nur meine Uni hat ne extra Quote: Die, die am meisten Mitleid bekommen, dürfen auch kommen, wenn sie nicht lernen wollen.Die Antworten darauf sind natürlich eher ironischer Herkunft, deshalb gibt’s nun hier einen einfach und verständlichen Überblick von mir – für Alle, die eine tiefgreifendere Erklärung für klischeehafte Sesselsitzer mit Gedankenleserfunktion haben wollen.

    Was ist nun der Unterschied zwischen Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater?

 

Was macht einen Psychologen aus?

Ein Psychologe hat in der Regel einen 5 jähriges Studium hinter sich, bestehend aus Bachelor und Master, in Psychologie. Zu seinen Aufgaben zählen hauptsächlich Diagnostik und Beratung, aber psychische Krankheiten zu behandeln gehört nicht dazu. Ein Psychologe ist auch kein Arzt und darf auch keine Medikamente verschreiben. Er diagnostiziert und berät in den verschiedensten Bereichen: In der Schule als Schulpsychologe, in der Wirtschaft in Form von Unternehmensberatung, Human Ressources oder im Changemanagment, in der Werbung oder aber auch als Rechts- oder Verkehrspsychologe.

 

Wie wird man nun zum Therapeuten?

Psychotherapeuten, genauer gesagt „psychologische Psychotherapeuten“ haben quasi einen weiteren Bildungsweg. Nachdem sie 5 Jahre Psychologiestudium hinter sich haben, müssen sie eine weitere Therapeutenausbildung dran hängen. Um einen solchen „Heilberuf“ ausüben zu dürfen, benötigt man in Deutschland eine staatliche Zulassung – Approbation genannt. Erst dann dürfen Menschen mit psychischen Krankheiten therapiert werden. Ebenfalls kann man hier noch zwischen einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und einen Psychotherapeuten für Erwachsene unterscheiden. Mit verschiedenen Therapiemethoden, Gesprächen und wissenschaftlich fundierten Übungen dürfen Störungen wie Depression, Zwänge, Sucht etc. behandelt werden.

 

Also sind Psychotherapeuten und Psychiater dasselbe?

Nein! Auch hier gibt es nochmal einen Unterschied. Der Bildungsweg ist hier ein anderer. Während der psychologische Psychotherapeut Psychologie studiert hat, hat der Psychiater Medizin studiert. Auf das Medizinstudium folgt dann eine Facharzt- Ausbildung, damit eine Zulassung für die Bereiche Psychiatrie oder Psychotherapie erfolgen kann.

 

Was ist nun der Unterschied in der Arbeit ?

Der Ansatz ist oft ein Anderer.  Psychiater kümmern sich eher um die körperlichen Symptome, diagnostiziert und behandelt sie. Er darf Medikamente verschreiben & behandelt Patienten dementsprechend medimakentös. Ein Psychotherapeut hingegen darf KEINE Medikamente verschreiben, sondern behandelt die Störungen wie oben beschrieben.

Von den Krankenkassen anerkannt sind: die Psychoanalyse, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie Verhaltenstherapien. Wer dazu mehr wissen möchte, findet bei Basti mehr Infos:

Wer übrigens schon demonstrierende Menschen mit „PiA“ – Aufschriften auf Plakaten entdeckt hat: Das sind keine Demonstranten für Feminismus & Frauen, sondern Psychotherapeuten in der Ausbildung. (Deshalb kurz PiA). Das PsychThG (Psychotherapeutengesetz) wird reformiert. Gesundheitsminister Spahn hat wie immer ganz kreative Ideen und möchte einen neuen Masterstudiengang für angehende Therapeuten einführen. Ein „PiA“ bekommt oftmals keine – oder sehr geringe Vergütung, die Ausbildung kostet je nach Art und Anbieter zwischen 30.000 und 80.000 Euro und darf selbst finanziert werden. Hinzu kommt, dass viele Kliniken gerne günstige Mitarbeiter haben und diesen besonders viel Arbeit zumuten. Also : Wenig Einkommen + Hohe Ausbildungskosten – Zeit. Ergibt logischerweise unzufriedene Menschen. Für die Reformation soll gelten, dass PiAs & Studenten, die vor 2020 begonnen haben, noch nicht berücksichtigt werden & für sie dieses „alte“ System gilt – und zwar für weitere 12 Jahre.

 

Ich hoffe, dass ich hiermit viele Fragezeichen durch ein AHA austauschen konnte – ansonsten freue ich mich über weitere Fragen!

Wo finde ich einen Therapeuten? Das ist die wohl mit am häufigsten gestellte Frage aus diesem Bereich, die ich täglich bei meiner Arbeit höre. Ich musste feststellen, dass es gerade im Bereich der Psychotherapie so viele Unklarheiten gibt, wie man überhaupt vorgeht um einen Termin bei einem Psychologen zu erhalten.

Ich möchte dir daher die wichtigsten Punkte und Fragen bis hin zum Termin erläutern:

 

Muss ich einen Antrag stellen?

Für die Psychotherapie mit ihren verschiedenen Formen muss ein Antrag gestellt werden. Vor Beginn der eigentlichen Therapie finden jedoch Sprechstunden statt, um herauszufinden, ob man zueinander passt und eine vertrauensvolle Umgebung aufgebaut werden kann. Für diese Sprechstunden ist noch kein Antrag nötig.

 

Wo finde ich einen Therapeuten?

Es gibt verschiedene Wege, einen Psychotherapeuten zu finden. Ich habe dir am Ende des Beitrags ein paar Links zu Seiten der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung aufgelistet, über denen du ganz leicht einen passenden Therapeuten findest. Du kannst für einen ersten Termin auch direkt in der Praxis selbst anrufen. Hierbei solltest du aufjedenfall auf den Anrufbeantworter sprechen, da die telefonische Erreichbarkeit oft nur eingeschränkt gegeben ist.

Bei Schwierigkeiten einen Therapeuten zu finden hilft die Terminservicestelle der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung weiter. Diese müssen versuchen euch einen Termin innerhalb von einer Woche nach eurem Anruf zu nennen. Es kann hierbei sein, dass ihr danach bis zu 4 Wochen auf eure Sprechstunde warten müsst. Außerdem hat man keine Möglichkeit einen Wunsch zu äußern, da hier der nächstfreie Termin angeboten wird, egal ob der Therapeut um die Ecke ist oder ihr eventuell auch etwas weiter fahren müsst.

 

Die Sprechstunde ist vorbei – und jetzt?

Jetzt beginnt die eigentliche Antragstellung bei deiner Krankenkasse. Es ist darauf zu achten, dass der Therapeut oder Arzt auch zugelassen ist und mit der Krankenkasse abrechnen kann. Dies wird er dir aber vorher mitteilen. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen nicht zugelassenen Psychotherapeuten – das sollte aber vorher unbedingt abgeklärt werden!

Auch bei der Antragstellung der richtigen Psychotherapie hilft dir die Terminservicestelle weiter.

Muss ich etwas bezahlen wenn ich die Therapie beginne?

Die Psychotherapie bei einem Arzt oder Therapeuten, der eine Zulassung hat, ist für dich umsonst. Alle Kosten werden über deine Versichertenkarte abgerechnet. Möchtest du eine Therapie beginnen, welcher ein nicht zugelassener Therapeut durchführt, können Kosten auf dich zukommen, falls deine Krankenkasse diese Therapie nicht bewilligt.

 

Verlängerung der Therapie

Eine Verlängerung ist möglich, hierbei muss deine Krankenkasse über einen Vordruck der dir ausgehändigt wird informiert werden. Wenn alle Rahmenbedingungen stimmen, kann deine Therapie verlängert werden

 

Wechsel des Therapeuten

Ein Wechsel zu einem anderen Therapeuten ist immer möglich, da der Sinn der Psychotherapie ja auch darin besteht, eine vertrauensvolle Umgebung aufzubauen. Die Terminservicestelle kann dir auch hier wieder weiterhelfen, einen neuen Psychologen zu finden.

 

Wichtige Links – so findest du einen Termin

Arztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: https://www.kbv.de/html/arztsuche.php

Übersicht der Terminservicestellen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/terminservicestellen.html

Therapeutensuche der Bundespsychotherapeuten Kammer: https://www.bptk.de//service/therapeutensuche/

Eine sehr hilfreiche Patientenbroschüre die alle Fragen sehr detailliert beantwortet findet sich ebenfalls auf der

Seite der Bptk: https://www.bptk.de/patienten/einfuehrung/

 

Dir fehlt der Durchblick & du hast keine Ahnung was einen Psychologen vom Therapeuten oder Psychiater unterscheidet? Dann findest du bei Sarah einen Überblick.

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